Die Story hinter dem Bild

Die Story hinter dem Bild

Jeder Fotograf verbindet mit seinen Bildern eine Geschichte, Emotionen, besondere
Erlebnisse und Erinnerungen. Wie viel Schweiß und Mühen hinter den Fotos stecken, können
wir als Betrachter meist nur erahnen. Wie spannend wäre es aber, etwas über die
Hintergründe zu erfahren, über manche Anekdote zu schmunzeln oder über spannende
Abenteuer zu staunen.

Zu ausgewählten Bildern stellen wir euch die Hintergrund-Geschichte dazu vor. Beim
Kauf des jeweiligen Bildes ist es dann möglich, dass ihr euch die erzählte Story
ausdrucken könnt. So nimmt euch Stefan mit auf eine seiner Foto-Expeditionen. Das Bild
wird damit noch wertiger und aussagekräftiger.

„Ospedale Psichiatrico“

Das Bild Ospedale Psichiatrico ist Teil meiner Serie Geisterhäuser - Lost Places. Noch heute habe ich beim Anblick des Bildes wieder den modrigen Geruch des einsamen Gebäudes in der Nase. Wir waren auf der Suche nach einer längst verlassenen psychiatrischen Anstalt. Vor vielen Jahren wurde dort eine Behandlungsmethode namens Lobotomie zur Behandlung von psychischen Erkrankungen durchgeführt. Vor 70 Jahren als Operationsmethode gefeiert, erinnert sie heute eher an mittelalterliche Foltermethoden. Es war ein sehr schwüler Sommer in Italien gewesen und wir mussten uns durch die dichten, dschungelartig zugewachsenen Außenanlagen ins Gebäude vorarbeiten. Dort empfing uns eine faszinierende Atmosphäre. Die seltsame Stille wurde nur immer wieder mal durch ferne, vorbeifahrende Fahrzeuge unterbrochen. Die Suche nach „dem“ Raum dauerte eine Weile. Als wir ihn dann gefunden hatten, waren wir gebannt, fasziniert und auch schaurig davon angetan. Es war schier unglaublich, wie ärztliche Instrumente, Röntgenbild und Behandlungsstuhl scheinbar auf den nächsten Patienten warteten, die Natur aber gleichzeitig den Raum nach den langen Jahren schon fast eingenommen hat. Solche magischen Momente machen das Abenteuer „urbexen“ so unbeschreiblich besonders! Und eben diesen schaurigen Moment wollte ich für euch auf diesem Bild einfangen, euch in diese längst vergangene Zeit entführen.
Genauso heimlich wie wir diesen Lost Place gefunden haben, haben wir ihn dann auch wieder verlassen, ganz nach dem Urbexerkodex: Kein Ort wird verraten, nur Fußspuren werden
hinterlassen!

„Wicked Woody World“

Bräuchte ich eine Kulisse für einen Fantasy-Film, dann würde ich in die Wälder des Olympic National Parks im Nordwesten der USA gehen. Hier könnte so manches Märchen entstanden
sein! Selten habe ich auf meinen Expeditionen eine so urtümliche und malerische Waldlandschaft gesehen. Dieser bei Touristen eher unbekannte Nationalpark ist als Biosphärenreservat der UNESCO ausgewiesen und zählt zum Weltnaturerbe. Es haben sich hier einige Tier- und Pflanzenarten entwickeln können, die nur hier im Park vorkommen.
Dieses große Areal im Hinterland der Pazifikküste überwältigt mit einer Landschaft von knorrigen, riesigen Bäumen aus den unterschiedlichsten Grünschattierungen. Die Bäume sind
komplett von Moos bewachsen bis hin zu jedem einzelnen Ast. Frische Waldluft umfängt dich in dieser unglaublichen Kulisse. Ich hatte den Ehrgeiz, dieser einmaligen Kulisse mit einer besonderen, am besten noch nie da gewesenen Foto-Perspektive gerecht werden zu müssen. Also machte ich mein Bild äußerst dicht vom Boden aus. Die Kleeblätter, der Perspektive sei Dank, wie große Blumen im Vordergrund, die Äste wie sich reckende Arme, die nach der Sonne greifen. Das frühe Vormittagslicht ließ zudem alle Grünschattierungen eindrucksvoll strahlen. Als ich zwischen den mächtigen Baumriesen stand und die moosig-erdige Waldluft einatmete, fühlte ich mich magisch verbunden mit der Natur. Diesen Glücksmoment wollte ich auf meinem Bild einfangen und mit euch teilen.

"Kingdom of the Alps“

Die Friauler Dolomiten sind ein noch weitgehend unerschlossenes Gebiet, das mit seinen bizarren Felsformationen und seiner vielfältigen Natur begeistert. Die zahlreichen
Wanderwege durch die Felsformationen der Friauler Dolomiten sind vor allem geübten Kletterern vorbehalten, da es kaum Aufstiegshilfen gibt. Somit ist der zugehörige Naturpark
auch touristisch noch eher unerschlossen. Die Alpensteinböcke, Gämse, Murmeltiere und Steinadler bleiben unter sich. Mein ehrgeiziges Ziel war ein einzigartiger Spot, der Felsturm über dem Val Cimoliana, dem Wahrzeichen der Frialuer Dolomiten. Ihn zu erreichen, glich schon einem kleinen Abenteuer. Abgeschieden von der Zivilisation (für Alpenverhältnisse) stand ein Aufstieg von 1.200 Höhenmetern bevor.
Die ersten tausend Meter waren auch ganz gut machbar. Schritt für Schritt mit schwerem Gepäck, Foto- und Campingausrüstung ging es für meine Frau und mich in die Höhe. Der
letzte Abschnitt hatte es allerdings in sich und brachte mich an meine Grenzen. Gefährlich loses Geröll und dichter Nebel flößten mir riesigen Respekt ein. Ich hatte ein bisschen Angst weiterzugehen. Doch auch Umdrehen war nicht viel besser. Also entschied ich mich für Ersteres und wurde von einem gigantischen Ausblick in alle Himmelsrichtungen entschädigt. Die vorbeiziehenden Nebelwolken lösten sich allmählich auf und schmiegten sich gerade noch zum Alpenglühen um den markanten Felsen. Ein Fotomoment, der die Zeit stehen bleiben lässt. „Kingdom of the Alps“ kam mir in den Sinn. Ich habe mich auch wie ein König gefühlt, der sein bizarres Reich voller Ehrfurcht bestaunt.

„Yosemites Secret“

Der Yosemite Nationalpark in den USA bietet unendlich viele Fotoperspektiven. Vor allem der „Tunnel View“ ist dabei ein sehr beliebtes Ziel. Die südliche Einfahrt ins Yosemite
Valley wird durch den Wawona Tunnel markiert. Es ist der einzige Tunnel auf dem Weg über den Highway 41 ins Tal, an dessen Ende es etliche Haltebuchten für einen malerischen
Aussichtspunkt für Touristen gibt. Jeder möchte den atemberaubenden Ausblick und die Idylle genießen, die scheinbar unberührte Natur, der man die Belastung mit Besuchern hier
nicht ansieht. Der Andrang an den Aussichtspunkten ist dementsprechend enorm. Trotzdem wollte ich den bekannten Blick selbst fotografieren. Allerdings aus einer neuen, ungewöhnlichen Perspektive. Die Suche war spannend und bald fielen mir die knorrigen, kleinen, rotrindigen Bäume für einen schönen Vordergrund auf. Es war noch früh am Morgen. Der Herbst hielt Einzug. Die Temperaturen höchstens knapp über dem Gefrierpunkt. Als dann die ersten Sonnenstrahlen über den Bergkamm kamen, war das eine Wohltat für mich – und besonders auch für mein Foto.
Dieses Foto gibt es auch als Puzzle beim Ravensburger Verlag in der Nature Edition. Es
wurde sogar Puzzle des Jahres 2017.

„Silent Night“

Wüsten sind ganz besondere Landschaften. Wer schon mal in der Wüste war, kennt vielleicht dieses außergewöhnliche Gefühl und diese einmalige Stimmung. Mein Foto entstand in den abgelegenen Eureka Dunes im Death Valley in den USA. Die Eureka Dunes sind die höchsten Dünen in diesem Nationalpark und trotzdem kaum besucht. Wenig verwunderlich, denn um dieses Naturschauspiel zu bewundern, muss man auch eine sehr weite und beschwerliche Anfahrt auf sich nehmen. Die Straßen sind sehr rough und beanspruchen Mensch und Transportmittel. Ich war in dieser Dünenlandschaft bereits zwei Mal. Das erste Mal war es heiß und windig. Ich spür noch heute die Gluthitze dieses Sommertages, der Sand war so heiß wie Herdplatten. Das zweite Mal war es dagegen absolut windstill und ruhig. Wenn dann die Nacht hereinbricht, wird es kühler und angenehm. Im Sand erwachen dann die Tiere und man muss seine Schritte viel bedachter setzen. Über mir die Sterne, die weite Milchstraße und leichtes Mondlicht ließen mich nachts eine ganz eigentümliche Stimmung in den Dünen einfangen. Es erweckt ein schier unbeschreibliches Gefühl so fernab von Allem. Die unendliche Ruhe und Stille wirkten fast bedrückend – jedoch nur fast. Ich fühlte mich geborgen in dieser endlosen Ruhe, hab sie genossen und bin gedankenversunken durch die sanfte Landschaft gewandert.

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